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Freitag, 13. August 2010

Die Zeitmaschine

Links das Baby, rechts die erwachsene Bänderschnecke.
Mit dem Alter mehren sich die Windungen. Die Rillen
auf dem Haus sind Wachstumslinien. Sie entstehen, weil
die Schnecke ihr Haus in Schüben weiterbaut.
Wie ein Chamäleon verändern wir Menschen unser Aussehen mit den Jahren. Doch anders als das Reptil können wir nie mehr zu unserem früheren Ich zurückkehren. Ein Baby-Gesicht haben wir einmal und dann nie mehr. Bei den Häuschen-Schnecken ist das anders. Die tragen ihre Babyjahre, ihre Kindheit und ihre Teenager-Zeit ständig mit sich herum.
Das Schneckenhaus ist ein spiralförmiger Gang, dessen Öffnung sich mit jeder Windung verbreitert. Wachstum bedeutet für eine Schnecke, diesen Gang ständig weiterzubauen. Sie beginnt damit nach dem Schlüpfen aus ihrem Ei. Zu diesem Zeitpunkt besteht ihr Haus aus nicht einmal einer Windung. Aber mit jedem Monat, der verstreicht, fügt sie einige Millimeter Kalk an der Öffnung hinzu. Als Teenager hat sie dann drei oder vier Windungen vollbracht und als Erwachsener fünf oder sechs (bei den Bänderschnecken zumindest).
Natürlich kann man damit auch
Türmchen bauen.
Das heisst, jedes Schneckenhaus ist eine Art Zeitmaschine. Folgt man den Windungen ins Zentrum, reist man mit jedem Zentimeter weiter zurück in die Vergangenheit. Nach der letzten Windung, ist man bei der Geburt angekommen. So sah sie als Baby aus. Ihr Leben lang trägt sie diesen Spiegel ihrer Vergangenheit mit sich herum.

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