| Statt Rasen gibt's nach dem grossen Schnee nur Moos. Aber in wenigen Wochen werden die Gräser erneut herrschen. |
Als der Schnee den Garten vor zwei Wochen endlich frei gegeben hat, strahlten die Moose bereits vor sattem Grün, als hätten sie sagen wollen: «Seht her, wir lassen uns auch vom längsten Winter nicht unterkriegen!» Moose sind tatsächlich unverwüstlich. Sie enthalten Chemikalien, welche sie von Schneckenfrass schützen und gegen die Kälte produzieren sie aus verschiedenen Zuckern eine Art Frostschutz, der das Wasser in ihren Zellen nie gefrieren lässt.
So ausgestattet können Moose auch im Winter noch wachsen, sobald die Temperatur über null Grad liegt und genügend Sonne vorhanden ist. Bei der Besiedlung von jungfräulichem Festland war diese Fähigkeit besonders gefragt. Heute haben sich viele Pflanzen jedoch von dieser Strategie abgewandt. Stattdessen haben sie den kontrollierten Tod ins Auge gefasst.
Die Gräser sind Meister darin. Sie lassen im Herbst ihre oberirdischen Blätter und Teile ihrer Wurzeln absterben. Nur ein kleiner Wurzelballen bleibt am Leben. Dieser verharrt im Winter regungslos unter der Erde und wartet auf den Frühling. Dann produzieren die Wurzeln neue Blätter und das Gras steigt aus seiner Versenkung erneut empor. Das Phänomen ist zurzeit im ganzen Land sichtbar. Die Wiesen verändern ihre Farbe von braun zu einem frischen grün.



