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Sonntag, 19. Januar 2014

Die ewigen Gärtner

Springschwänze sehen zwar aus wie
Insekten, sie bilden jedoch ihre eigene Gruppe
im Tierreich. Man beachte die niedliche
Halskrause.

Der Garten sieht in diesem schneefreien Winter irgendwie trostlos aus. Statt des Grüns von Gras, Alant und Günsel tapezieren vermodernde Blätter jeden Quadratmeter, als wäre der Garten von einer ansteckenden, Flecken verursachenden Krankheit infiziert worden.
Doch auch wenn es nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, unter der wüsten Fassade bereiten viele kleine Gärtner Rasen und Beete auf den Frühling vor. Zu ihnen zählen beispielsweise die Springschwänze. Die unter einem Millimeter grossen Tiere sind eine Art unterirdische Kühe. Sie verzehren abgestorbene Pflanzenteile wie etwa die Überreste von Blättern, Stängeln oder Wurzeln.
Das Resultat dieser Tätigkeit ist Kot und Urin. Weil pro Kubikmeter Boden bis zu einer Million dieser Tiere leben, macht das sehr viel Springschwanz-Kot. Es gibt Böden, die bestehen praktisch nur aus den Kotkrümeln von Springschwänzen. Für die Pflanzen des Gartens sind das gute Neuigkeiten. Denn der Kot enthält viele Nährstoffe, von denen sie im kommenden Frühling zehren können.
Springschwänze besitzen unter dem Körper
eine Art Sprungfeder, ihren «Springschwanz».
Diesen können sie in einem Bruchteil einer
Sekunde wie ein Klappmesser auseinander
bewegen. Die Kraft schleudert das Tier
mehrere Zentimeter weit weg. Das ideale
Fortbewegungmittel, um sich vor Feinden
schnell in Sicherheit zu bringen.

Bei Gefahr stellt sich der Springschwanz
einige Sekunden lang tot.
Im Recyklinggeschäft sind auch die Nematoden tätig. Sie sind ebenfalls daran, aus den abgestorbenen Pflanzenresten des Vorjahrs wieder neuen, nährstoffreichen Humus zu produzieren. Nematoden sehen aus wie Regenwürmer sind aber mit bis zu zwei Zentimeter Körperlänge viel kleiner. Sie fressen sich durch die alten Blätter und setzen so die in ihnen gebundenen Nährstoffe in ihrem Kot frei. Es sind die ewigen Gärtner, welche die kommende Explosion von Farben erst ermöglichen.

Diese Aufnahmen sind mit einem USB-Mikroskop entstanden.
Ein Nematode oder Fadenwurm.

Nahaufnahme des Mittelteils: In diesem Darm
entsteht bester Pflanzendünger.

Kommentare:

  1. Hallo Atlant,
    es ist doch immer wieder wunderbar, die Natur dabei zu beobachten, wie sie sich erneuert. DasThema Bodenleben finde ich sehr faszinierend. Um mehr gute, belebte Erde zu haben, plane ich für dieses Jahr ei paar Versuche zur Kompostierung ein. Ich las da etwas von einer Art Turbokompostwall, den ich mal ausprobieren möchte. Mal sehen, wer dann so bei mir vorbeischaut.
    Viele Grüße, Rike

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  2. Ich mag die Experimente Sie hier getan haben, ich habe ein ähnliches mit Regenwürmern für meinen Garten, leider nach der Übergabe, könnte ich nicht herausfinden, was passiert ist, nur einige von ihnen starben. (

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