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Freitag, 6. April 2012

Metallblau

Eine Hyacinthe benützt dieselben
Farbstoffe wie eine rote Rose.
Blau ist eine seltene Blütenfarbe. Doch jetzt im Frühling gibt es sie überall. Hyazinthen und Feilchen verdanken wir es, dass der Garten zu einem tiefblauen Himmel auf Erden wird.
Der Stoff, der Blüten blau macht, hat die Forscher beinahe hundert Jahre lang an der Nase herumgeführt. 1913 entdeckte der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger Richard Willstätter, dass rote Rosen und blaue Kornblumen ein und dasselbe Farbpigment enthalten.
Es handelt sich um ein so genanntes Anthocyan. Heute sind 250 verschiedene Varianten von ihnen bekannt. Sie können Blüten wahlweise in Rottönen oder blau erscheinen lassen. Aber wie machen sie das? Die Antwort kam erst 2005 von japanischen Forschern.
Sie fanden heraus, dass sich die Anthocyane mit einem weiteren Molekül, einem Flavon, und ein paar geladenen Metallatomen (Ionen) lose zusammenschliessen – etwa so, wie wenn wir uns die Hände geben würden. Drei Anthocyane und drei Flavone bilden einen Kreis aus sechs Molekülen. In ihrem Innern befinden sich ein Eisen-, ein Magnesium- und ein Kalziumion. Diese spezielle Anordnung führt dazu, dass die Anthocyane statt rotes Licht blaues Licht reflektieren.

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