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Mittwoch, 3. März 2010

Feuer frei!

Der Bärlauch wächst einen
Zentimeter pro Tag.
Es ist ein Schauspiel, das es im tropischen Regenwald nicht zu sehen gibt: Das Frühlingserwachen der Natur. Die starken Föhnwinde haben inzwischen den letzten Rest Schnee im Garten verflüssigt und so das Feld für die Blumen frei gemacht. Die lassen nicht lange auf sich warten. Ich muss nun aufpassen, wohin ich trete. Einmal unvorsichtig und meine Schuhe walzen die zarten Blattspitzen gleich zu Dutzenden platt. Wo vorher nur trockenes Moos war, spriessen jetzt Hyazinthen und Osterglocken in solchen Mengen, als hätte ein unsichtbarer Gärtner die ganze letzte Nacht hier gewütet.
Natürlich ist der Gärtner die Natur selbst. Zu keiner anderen Jahrszeit geht sie mit einer so wahnwitzigen Geschwindigkeit zu Werke wie im Frühling. Am meisten erstaunt mich der Bärlauch, der noch vor einer Woche eine Handbreit in der Erde steckte. Jetzt streckt er bereits seine ersten Blätter in die wärmende Sonne. Das ergibt ein Längenwachstum von einem Zentimeter pro Tag! Und zwischen dem spriessenden Dschungel geht bereits die erste Feuerwanze auf Futtersuche. Oder vielleicht hält sie auch schon nach einem geeigneten Partner Ausschau.
Vorsicht Krokusse!
Jeder Quadratzentimeter ist voll von ihnen.

Die Krokusse sind sicher die filigransten Frühaufsteher. Ihre Blätter sehen aus wie Tannen-Nadeln, die zu einem dichten Bündel geschnürt sind. Das gibt ihnen eine Stromlinienform, mit der es sich besser aus der Erde und durch das dichte Moos stossen lässt. Sobald sie draussen sind, öffnen sie sich zu allen Seiten um der nachfolgenden Blüte Platz zu machen.
Nach demselben Prinzip gehen auch die Osterglocken vor.
Die letzten Erdkrümel haften noch
an der Speerspitze der Osterglocke.
Alle Blätter sind nach oben gefaltet und bilden eine richtige Lanze, mit der sie von unten das Erdreich durchbohren. Das muss wahre Knochenarbeit sein, zumal an einigen Sprösslingen noch Reste von Erde kleben. Und was lernen wir daraus? Wenn man es nach ganz oben schaffen will, muss man seine Kräfte bündeln und auf ein einziges Ziel hinarbeiten. (Oder vielleicht: Hat man Dreck am Stecken, dann ist das nur ein Zeichen dafür, dass man sehr hart für den Erfolg gearbeitet hat.)


Link zur Bildergalerie «Frühlingserwachen»

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